Wir, das 4./sPiBtl 140 (eine Faltschwimmbrückenkompanie), waren mit unterstützenden Teilen, wie Inst. und Sanis, auf Übung in Ingolstadt (Bayern). Den Weg dorthin legten wir per Bahntransport zurück und wie es sich gehörte reisten wir natürlich 1. Klasse, zum Glück hatten wir genug Bier...dachten wir, da es uns auf halber Strecke so um 2 Uhr morgens leider ausging. Aber egal das ist nicht wichtig...
Jedenfalls waren wir dort auf Übung und unser Ziel war es, unser Können zu verbessern, um noch besser und schneller Brückenköpfe bzw. Fähren bauen zu können. Zu der Zeit war November und auf dem Fluss war es arschkalt. Das hielt uns aber nicht davon ab mehr oder weniger unser Bestes zu geben. Wir hingen also auf dem Fluss herum und koppelten unsere Pontons auf Zeit zusammen, 8 Stück hintereinander, aber irgendwann war die Luft raus.
Da kam mir ein Gedanke. Am Sonntag dieser Woche sollte es nach München gehen, Besichtigung der Bavaria Filmstudios, warum nicht die Gelegenheit nutzen und ein bisschen mehr besichtigen? Also ging ich nach kurzer Absprache mit der Vertrauensperson der Mannschaften zum Hauptmann und schlug ihm eine Wette vor: 8 Pontons unter 6 min koppeln, dafür am Sonntag eine Stunde ins Hofbräuhaus!
Als der Hauptfeldwebel von der Wette hörte, meinte er: "Hauptmann! Nicht ins Hofbräuhaus....da pissen se unter die Tische!" Wahrscheinliche verwechselte er es mit dem Oktoberfest....jedenfalls nahm der Hauptmann die Wette an und so machten wir uns an die Arbeit. Wir schüttelten die Eiszapfen von unseren Wintermützen, schnippten die letzte Kippe in die Donau und spuckten in unsere nikotingelben Finger.
Und wir schafften es tatsächlich! 5:54min!
Tja, wir hatten unser Soll erfüllt und ich glaube die Mannschaften waren nicht die einzigen die froh darüber waren:-)
So kam es dann, dass das 4./sPiBtl 140 mit Sanis und Instlern im Schlepptau am Sonntag nach München aufbrach. Wir besichtigten zuerst die Bavaria Filmstudios, wo am Anfang unserer Tour unser Oberleutnant fast von 3 "leicht" angetrunkenen Kegelschwestern abgeschleppt wurde. Unter hartem körperlichen Einsatz konnte er sich aber dem Feind entziehen....
Den Großteil der Tour verfolgten wir mit der nötigen Aufmerksamkeit (Spieß!), außerdem trugen wir, aus Ermangelung an Privatkleidung, Flecktarn. Schließlich war die Tour zu Ende und wir begaben uns zu unseren Bussen, die uns zum Tempel des Gerstensaftes bringen sollten.
Wir hielten in der Innenstadt von München, in der Nähe des Hofbräuhauses und stellten uns in Marschformation auf. Sah nicht schlecht aus, wie ca. 70 BW-Angehörige in Flecktarn durch Münchens Innenstadt marschierten und schnurstracks Kurs auf das Hofbräuhaus nahmen! Die Japaner hatten jedenfalls nicht genug Filme um das alles zu knipsen:-)
Wir kamen schließlich an unserem Ziel an und der Hauptmann erkundete mit unserm ErkOffz den Verfügungsraum....er sprach mit dem Geschäftsführer. Dieser konnte sein Glück kaum fassen und reservierte uns einen extra Abschnitt im Hofbräuhaus. So....alles war klar, es gab kein zurück mehr....die Türen öffneten sich und die ersten 10 von uns bezogen unser neues Manövergebiet. Ich denke es dürfte klar sein, dass dies zu erheblicher Irritation der anwesenden Gäste führte. Einige hatten nichts besseres zu tun als irgendwelche Befehle zu brüllen die sie wohl mal aufgeschnappt hatten, andere lachten uns aus, die Japaner knipsten was das Zeug hielt. Als allerdings der Rest von uns (70 Mann) drinnen war, wurde es ziemlich schnell still und die selbsternannten "Befehlshaber" aus dem Publikum wurden sich schlagartig ihres Bieres bewusst.
Hatte ich erwähnt das wir alle in Flecktarn waren? Gut....:-)
Unnötig zu sagen, dass wir uns prächtig amüsierten und dem Hofbräuhaus einen guten Umsatz für den Tag bescherten..."Männer,....auf die Helme!" Aber irgendwann ist auch das schönste Erlebnis vorbei. So fuhren wir schließlich einige Maß später in die Kaserne zurück, wo wir den Rest unseres freien Tages bis zum nächsten Morgen, mit unseren Bierreserven verbrachten. Montag ging alles wieder seinen normalen Gang, denn wer saufen kann, kann auch Arbeiten!
Merke: Wunder gibt es immer wieder....auch in der Bundeswehr!
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